Anfang Oktober ist im Seetal nichts garantiert. Es kann ein Tag sein, an dem man draussen friert, und es kann einer sein, an dem die Sonne noch einmal alles gibt und das Laub bereits dreht. Dieses Paar hatte Glück: Die Trauung fand im Freien statt, unter einem Bogen aus Rosen und Eukalyptus auf der Insel.

Draussen getraut


Eine freie Trauung im Grünen ist eine Entscheidung mit Risiko, und jedes Paar, das sie trifft, weiss das. Was sie erträglich macht, ist ein Haus, in dem die Ausweichvariante keine Notlösung ist, sondern nur ein anderer schöner Raum. Hier stand die Scheune bereit. Gebraucht wurde sie an diesem Nachmittag nur für einen Teil des Apéros.

Der Bogen stand über einer Holzbank, dahinter Bäume und Sträucher, davor weisse Stoffbahnen, die sich im Wind bewegten. Nach dem Ja ging es ein paar Schritte weiter zum Apéro — auf der Insel und in der Scheune, bei Stehtischen mit Rosen, Gläsern und Kerzen auf Holzbrettern.

Fünfzig zum Anstossen, zweiunddreissig zum Essen


Zum Apéro kamen fünfzig Gäste, am Abend sassen zweiunddreissig an der Tafel. Diese Aufteilung ist häufiger, als man denkt, und sie ist ein guter Weg, einen grösseren Kreis an der Trauung teilhaben zu lassen, ohne den Abend auf eine Grösse zu bringen, bei der man die Hälfte der Gäste nicht mehr spricht. Wer so plant, sollte den Übergang früh mit uns durchgehen — es braucht eine klare Choreografie, damit sich niemand verabschiedet fühlt, der nicht gehen wollte.

Gegessen wurde an langen Tafeln im Mühleraum, zwischen Kollergang und Mühlentechnik. Lachsrosa und Pfirsich bei den Rosen, dazu Eukalyptus und Tüllbänder an den Stuhlrücken — eine Handschrift, die sich vom Traubogen über die Stehtische bis auf jeden Tisch durchzog. Sie geht mit dem warmen Holz und dem Bruchstein zusammen, statt dagegen anzutreten. Das ist bei diesem Haus die wichtigste Gestaltungsfrage überhaupt.

Blumenbogen mit Rosen über einer Holzbank, dahinter Bäume und Sträucher
Der Traubogen im Grünen
Holzstuhl vor weissen Stoffbahnen, dahinter die bereits gedeckten Tische im Freien
Weisse Stoffbahnen am Trauungsplatz
Stehtisch mit weisser Husse und Blumenschmuck vor der Hecke im Garten
Stehtisch für den Apéro
Stehtisch mit Rosen, Gläsern und einem Holzbrett mit Kerzen
Rosen, Gläser und Kerzenlicht
Gedeckte Tische im Mühleraum vor der historischen Mühlentechnik, mit Rosen und Eukalyptus
Gedeckt vor der Mühlentechnik
Tische im Mühleraum mit hohen Rosensträussen, Kerzen und weissem Geschirr
Rosensträusse und Kerzen
Festlich gedeckte Tafel mit Blumenschmuck und Tüllbändern an den Stuhlrücken
Tüllbänder an den Stuhlrücken
Runder Tisch mit Rosen und Kerzen vor der Bruchsteinmauer des Mühleraums
Runde Tische vor dem Bruchstein

Vom Apéro bis zur Torte


Küche, Service und Getränke kommen im Mühlerama ausschliesslich von Plus Catering. Zum Apéro gab es Hausknabbereien — Gewürznüsse, Apfelringe, Trockenwurstredli, Gruyère-Möckli und Focaccia-Würfel —, dazu einen Suppen-Shot aus Kürbis und Brokkoli und Bruschetta in drei Varianten: Tomate-Basilikum, Rindstatar und Kräuter-Frischkäse. Herbst im Glas und auf dem Brett, ohne dass man es extra erwähnen müsste.

Am Tisch begann es mit dem Genuss-Salat, am Platz angerichtet: Blattsalat, Reckenkiener Gruyère AOP, Knoblauchcroûtons und Hausdressing. Als Zwischengang folgte Krusten-Schweinebauch mit sautierten Pfifferlingen — der Gang, bei dem an diesem Abend die meisten Gespräche kurz stockten. Der Hauptgang war Kalbssteak am Stück mit Kalbsjus und saisonalem Gemüse, dazu Pfefferrahmsauce, Pommes und Spätzli.

Zum Schluss Mini-Desserts im Weckglas: Brownie-Caramel, Tiramisu, Karamellköpfli, Pistaziencreme und Zitronenmousse, und dazu die Hochzeitstorte des Paares.

Allergien und Unverträglichkeiten nehmen wir mit der definitiven Gästezahl auf und kochen entsprechend separat.

Eigener Wein, unsere Bar


Wein und Schaumwein brachte das Paar selbst mit. Das ist bei uns möglich — wir verrechnen dafür ein Zapfengeld pro Flasche —, und für Paare, die einen bestimmten Winzer im Rücken haben oder seit Jahren dieselbe Flasche trinken, ist es oft der wichtigere Punkt als jede Weinkarte, die wir vorlegen könnten.

Alles Übrige kam aus dem Haus: die alkoholfreie Pauschale mit Wasser, Hauseistee, Cola und Cola Zero, Kaffee, Espresso und Tee, dazu Feldschlösschen Original vom Bier und die Spritz-Karte in fünf Varianten. Später im Gewölbekeller übernahm die Bar mit Coldbrew Martini, Amaretto Sauer, Basil Smash, Passion Mojito und Ginger Mule — und mit Coldbrew Lemonade, Ginger Booster und Virgin Passion Martini für alle, die ohne Alkohol weiterfeierten.

Der Rest des Abends


Im Gewölbekeller stand die Fotobox, und von dort kam auch der Lärm, als es später wurde. Vom Traubogen auf der Insel bis dorthin sind es wenige Schritte: kein Ortswechsel, keine Fahrt, kein Gast, der den Anschluss verpasst. Wer schon einmal eine Hochzeit mit drei Adressen erlebt hat, weiss, was dieser eine Punkt wert ist.

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