Es gibt diesen Moment, kurz bevor die ersten Gäste kommen, in dem alles bereitsteht und noch niemand da ist. Mitte September war das im Mühlerama ein Holzsteg zwischen Birken, weisse Laternen entlang dem Weg, Stehtische unter den Schirmen, und auf jedem eine kleine Vase. Dahinter die Bank, auf der an diesem Nachmittag noch oft gesessen werden sollte.
Der Nachmittag auf der Insel
58 Gäste kamen zum Empfang, und sie kamen über den Steg. Das ist kein Nebensatz, sondern der Grund, warum die Insel für einen Apéro funktioniert: Man geht durch Grün, unter Bäumen hindurch, und steht dann plötzlich in einem Raum, der keine Wände hat. Der Klostergarten nebenan nimmt auf, wer es schattiger mag.
Das Brautpaar eröffnete den Apéro mit dem Säbel. Sabrage nennt sich das, das Köpfen der Schaumweinflasche mit einem geraden Schnitt entlang der Naht — ein Augenblick, der laut ist, schnell vorbei und bei dem alle Handys oben sind. Danach wurde angestossen, und für die Rede stand eine mobile Lautsprecherbox bereit, denn draussen trägt keine Stimme weit genug.
Die Scheune war als Schlechtwettervariante aufgestellt. An diesem Tag blieb sie leer — das Wetter hielt.
Drinnen, zwischen Bruchstein und Mühlentechnik
Zum Essen ging es hinein. Runde Tafeln, weisse Wäsche, flache Blumenschalen in der Mitte — flach deshalb, weil über hohe Gestecke hinweg niemand ein Gespräch führen kann. Zartrosa Rosen, weisse Dahlien und Eukalyptus, dazu an den Holzsäulen Girlanden aus Grün. Kein lauter Farbakzent, und das ist in diesem Haus eine kluge Entscheidung: Die Bruchsteinmauern, das alte Holz und das Mühlrad im Hintergrund bringen bereits so viel Textur mit, dass jede zusätzliche Farbe um Aufmerksamkeit kämpfen müsste.
Beim Eingang stand ein Olivenbäumchen, an dessen Zweigen die Gäste im Lauf des Abends Kärtchen aufhängten. Daneben der Empfangstisch mit Kerzen und dem Hinweis, Fotos zu machen. Hohe Blumensäulen markierten den Weg vom Foyer in den Saal.







Was auf den Tisch kam
Küche, Service und Getränke kommen im Mühlerama ausschliesslich von Plus Catering. Den Anfang machte der Genuss-Salat, in der Schüssel an den Tisch gestellt und nicht am Platz angerichtet: Blattsalat mit Reckenkiener Gruyère AOP, Knoblauchcroûtons und Hausdressing. Wer sich schon einmal an einer Hochzeitstafel gefragt hat, wann das Gespräch am Tisch eigentlich in Gang kommt — meistens genau dann, wenn eine Schüssel herumgereicht wird.
Danach ein Blutorangensorbet, nach Wahl mit Prosecco oder mit Tröpfel übergossen. Als Hauptgang kam Entrecôte am Stück mit Kalbsjus und saisonalem Gemüse, dazu Tagliatelle und Jasminreis. Zum Abschluss Mini-Desserts aus der eigenen Patisserie, schokoladig, cremig und fruchtig nebeneinander auf dem Teller, und dazu die Hochzeitstorte, die das Paar selbst mitgebracht hatte: ein Tiramisu.
Vier Gäste assen an diesem Abend etwas anderes als die übrigen — zweimal glutenfrei, einmal vegetarisch, einmal ohne Zwiebeln und Knoblauch. Das ist Alltag und kein Sonderfall; wir nehmen solche Angaben mit der definitiven Gästezahl auf und kochen entsprechend separat.
Im Glas
Zur Weinpauschale gehörten Prosecco, Tröpfel und Bier sowie ein Sauvignon Blanc und ein Susumaniello. Wer keinen Alkohol trank, war mit der zweiten Pauschale gut bedient: Wasser mit und ohne Kohlensäure, der Hauseistee aus Glückstee und Alpenkräutern, Cola und Cola Zero, dazu Kaffee, Espresso und Tee.
Später, als der Abend in den Gewölbekeller umzog, übernahm die Bar. Spritz in fünf Varianten — Basil, Passion, Sauer, Aperol und Blue Curaçao, auf Wunsch ohne Alkohol —, dazu Long Drinks und die Barkarte mit Coldbrew Martini, Amaretto Sauer, Basil Smash, Passion Mojito und Ginger Mule. Alkoholfrei standen Coldbrew Lemonade, Ginger Booster und ein Virgin Passion Martini bereit. Für den späten Abend die Spirituosen von JungfrauSpirit: Gletscher Biss, Eigers Rock, Genepi, Luusmeitschi und Hoselupf.
Alles auf einem Areal
Vom Steg zur Tafel, von der Tafel in den Gewölbekeller — an diesem Tag ging niemand weiter als zweihundert Schritte. Kein Ortswechsel, keine Fahrt, kein Warten auf den letzten Gast, der den Weg nicht gefunden hat. Das ist der eigentliche Vorteil dieses Hauses, und er fällt erst auf, wenn man es anders kennt.
Im Saal standen Leinwand und Beamer für die Bilder des Tages bereit, im Foyer zusätzliche Stehtische, im Gewölbekeller Bar und Stehtische. Gebraucht wurde am Ende alles.
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