Einen Tag nach der vorherigen Hochzeit wurde im Mühlerama wieder gefeiert. Dasselbe Haus, dieselben Räume, dieselbe Jahreszeit — und ein vollkommen anderes Bild. Auf der Theke vor dem Mühlrad standen schwarze Eimer voller Wiesenblumen: Cosmeen, Sonnenblumen, Dahlien, Zinnien, dazwischen Hopfenranken. Nichts davon wirkt arrangiert, und genau das war die Absicht.
Zwei Feste, zwei Handschriften
Wer wissen will, wie viel ein Paar an der eigenen Hochzeit tatsächlich gestalten kann, sollte sich diese beiden Tage nebeneinander ansehen. Am Vortag: Zartrosa Rosen, Eukalyptus, flache Schalen, zurückhaltend. An diesem Tag: Feldblumen in kräftigen Farben, auf jeder Tafel ein eigener kleiner Strauss in schlichten Glasvasen, dazu hohe weisse Stabkerzen in Silberleuchtern und Tischkarten von Hand geschrieben. An den Holzbalken hingen Efeuranken.
Der Raum bleibt derselbe. Was sich ändert, ist alles, was darin steht — und das ist mehr, als die meisten Paare bei der ersten Besichtigung vermuten.
Neun Tafeln und das Licht am Nachmittag
68 Gäste verteilten sich auf neun Tafeln im Mühlesaal. Der Empfang fand vorher auf der Insel und im Klostergarten statt, und die Geschenke nahm unser Team gleich am Eingang ab — damit niemand vor dem Essen mit einem Paket unter dem Arm durch das Haus läuft. Eine Kleinigkeit, die an einem solchen Tag mehr ausmacht, als sie klingt.
Am späteren Nachmittag fällt das Sonnenlicht flach durch die kleinen Fenster in den Saal und legt sich in Streifen über die weisse Wäsche und den Holzboden. Es ist der Moment, für den dieser Raum gebaut scheint, auch wenn er ursprünglich für etwas ganz anderes gebaut wurde. Für Fotos ist es die beste halbe Stunde des Tages.
Foyer und Scheune standen als Schlechtwettervariante bereit. Die Hochzeitstorte lieferte das Paar am Vormittag selbst an.






Das Menü, vorher probiert
Küche, Service und Getränke kommen im Mühlerama ausschliesslich von Plus Catering. Dieses Paar hatte die Gänge vorab bei einem Tasting ausgewählt — es sass also schon einmal an einem Tisch im Haus und wusste, was auf den Teller kommt.
Den Auftakt machte der Genuss-Salat in der Schüssel: Blattsalat mit Reckenkiener Gruyère AOP, Cranberry, Knoblauchcroûtons und Hausdressing. Als Zwischengang folgten Ravioli mit Spinat und Ricotta, dazu Cherrytomaten und Salbeibutter. Der Hauptgang war Rindsfilet am Stück mit Kalbsjus und saisonalem Gemüse, mit Kartoffel-Birnen-Gratin und Spätzli als Beilage.
Von 68 Gästen assen 55 das Fleischmenü, zwölf vegetarisch und einer vegan. Für die vegane Variante gab es einen Erbsensteak-Turm mit Hummus, Guacamole und saisonalem Gemüse — und wer die beiden Teller auf dem Foto nebeneinander sieht, erkennt die Haltung dahinter: Der vegetarische Gast bekommt kein Beilagenarrangement, sondern einen Hauptgang, der genauso gebaut ist wie der andere. Dazu kamen mehrere Allergien, die separat gekocht wurden.
Zum Abschluss Mini-Desserts auf der Etagere: Schokoladenmousse, Tiramisu, Lotus, Apfelstreusel und Mango-Quark. Und danach die Torte des Paares.
Die Weine
Zum Apéro gab es einen Albino Armani Prosecco Extra Dry DOC aus der Glera-Traube, alkoholfrei den Tröpfel aus Trauben und Äpfeln aus Mammern im Thurgau. Beim Weisswein fiel die Wahl auf einen Molignon Chasselas von Adrian und Diego Mathier aus Salgesch im Wallis — und zwar aus der Magnum. Das ist unser Tipp für grosse Tafeln: Die Flasche steht gut auf dem Tisch, der Service muss seltener nachschenken, und der Wein bleibt länger auf Temperatur.
Rot kam ein Susumaniello Monte dei Cocci von Tenute Girolamo aus Apulien auf den Tisch, alkoholfrei ein Primitivo Vita Libera. Dazu Bärner Müntschi und, alkoholfrei, Schümli. Für den Abend die Spritz-Karte in fünf Varianten, mit oder ohne Alkohol.
Der Abend im Gewölbekeller
Nach dem Dessert zog der Abend eine Etage tiefer. Im Gewölbekeller standen Bar und Stehtische, dazu die Fotobox mit unbegrenzten Fotos und Ausdrucken — und einem Tisch, auf dem die Gäste die Bilder ins Fotobuch des Paares klebten. Am Tag danach liegt die ganze Galerie online bereit, was erfahrungsgemäss die erste Nachricht ist, die am Morgen nach der Hochzeit in der Gruppe herumgeht.
Im Saal standen Mikrofon, Leinwand und Beamer für Reden und Bilder bereit, draussen waren Hof und Brunnenplatz für die Ankunft abgesperrt. Vom Empfang bis zur Bar liegt alles auf demselben Areal — niemand muss zwischendurch ins Auto.
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